Also, Daugavpils ist, wie ich schon gesagt habe, eher eine russische Stadt. Hier leben 60% Russen und nur um die 15% Letten. Hier wird man in den Geschäften zu etwa 90% auf Russisch begrüßt. Russisch ist die Alltagssprache. Nicht jeder kann Lettisch (zum Beispiel meine Gasteltern nicht), Russisch kann jeder, weil es jeder können muss. Wer hier kein Russisch spricht, kann nicht einkaufen, sich nicht mit den Nachbarn unterhalten und so weiter. Russisch ist also (viel) wichtiger. Deswegen sind zum Beispiel Hinweisschilder zum Teil ziemlich sinnlos, weil sie von mindestens einem Drittel der Bevölkerung nicht verstanden werden:)
Dafür ist aber der Unterricht auf Lettisch. Das garantiert, dass wenigstens die jungen Leute Lettisch lernen. Bei den "älteren" russischstämmigen Leuten wird das hier vermutlich oder ziemlich sicher nichts mehr ändern. Dabei es ist ja schon relativ wichtig, die Sprache von dem Land, in dem man lebt, zu sprechen. Sieht man ja auch an den Diskussionen, die zur Zeit in Deutschland über Migranten geführt werden.
Also, zur Sprache: Ich möchte ja gerne beide Sprachen so einigermaßen lernen (wir werden in neun Monaten sehen, was aus diesem Vorhaben geworden ist...), hab aber jetzt gemerkt, dass ich dafür richtig was machen muss. Weil: Ich konnte weder kyrillisch noch irgendwelche Vokabeln, als ich hergekommen bin. Und vor allem am Anfang hätte ich mich am liebsten gehauen, dass ich nicht gelernt habe, so wie meine Mama mir das von Anfang an gesagt hat... Naja, aber jetzt bin ich hier. Ohne Vorkenntnisse. Die ersten Worte wie Danke und Bitte Ich heiße..., so Alltagsfloskeln waren schnell drin, aber das wars dann auch schon. Ich kann mir einfach keine russischen Vokabeln merken. Die lettischen gehen leichter in meinen Kopf, weil Lettisch ein klitzekleines bisschen dem Deutschen ähnelt. Lettisch höre ich aber auch nur in der Schule und es kostet schon Überwindung, einfach was zu sagen und vor allem, sich Sätze hinzubiegen, die mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit falsch sind, wenn man genau weiß, dass man auf Englisch vielleicht ein Zehntel der Zeit braucht. Ich glaube, darin liegt wirklich die größte Gefahr, dass man denkt, alles ist mit Englisch leichter...
Ich habe in der Zeit, wo ich krank war, probiert, ernsthaft kyrillisch zu lernen und kann jetzt von mir behaupten, dass ich etwas entziffern kann und sogar Schreibschrift schreiben kann;)
Und ansonsten: Ich gebe mir jetzt wirklich Mühe. Schreibe alle Vokabeln auf und versuche sogar, sie zu lernen. Am Anfang wollte ich ja erstmal nur Lettisch lernen, weil ich der Meinung war, dass beide auf einmal ein bisschen viel sind. Musste jetzt aber feststellen, dass das scheinbar unmöglich ist, eine der beiden Sprachen für länger zurückzustellen. Zu Hause kann ich eben nur Russisch sprechen und in der Schule gibts in etwas mehr als zwei Monaten Noten, auch in Lettisch. Außerdem macht ja AFS so super Sprachtests. Aber gut, dass ich da nicht sooo gut sein werde wie die (meisten) anderen ist wohl ziemlich klar... Aber nicht weiter schlimm.
Ansonsten macht mir das Essen Probleme(alles schmeckt ganz gut, aber:), ich hätte mir ja gewünscht, nicht (so viel) zuzunehmen, aber hier gibt es ständig irgendwelches süßes Zeug (ich kenn es definitiv nicht und kanns auch nicht beschreiben, es ist aber nicht schlecht). Und morgens gibt es immer oder oft irgendwelche Pfannkuchen mit Zucker, Marmelade etc. Und ich gönne mir die deutsche Schokolade, weil sie einfach sooooo gut schmeckt und joggen gehen darf ich in den nächsten Wochen auch nicht, wegen meiner schweren Krankheit;)
Achja, und heute morgen gabs wieder Nudeln(siehe erster Schultag...)!!:D:D
| Meine ersten Schreibversuche;) |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen