Samstag, 9. Oktober 2010

Lacht ruhig...

So. 
Das sind jetzt also die Bilder, die einige von euch unbedingt sehen wollten. Viel Spaß. Und vergesst nicht, zu begutachten, wie viel Spaß ich hatte:D
Komischerweise sieht das hier auf den Bildern so aus, als hätte ich überhaupt keinen Spaß gehabt. Ich sage euch, so wars jetzt auch nicht. Aber verglichen mit dem Spaß, den meine Gastfamilie hatte, war meiner wohl kaum messbar;)
Aber gut. Den meisten Spaß hat es ja auch gemacht, zu sehen, wie ernst sie das Ganze nehmen. Und wie man sieht, haben sich weder mein Gastopa noch mein Gastvater geweigert. In Deutschland wäre das undenkbar gewesen. Stellt euch meinen papa oder meinen Opa mal in den Kostümen vor:D:DAber ich muss auch sagen, dass ich aufs Verkleiden in der nächsten Zeit verzichten kann. Vielleicht das nächste Mal am 4.Juli zur Kirmes.:) Hoffentlich wird das nicht wiederholt:D:D
Ich wünsch euch sehr viel Spaß!

 









Achja, eine AFS-Betreuerin hat mir jetzt gesagt, dass das in Lettland sozusagen neuer Trend ist, sich zu verkleiden und dann um die 500-1000 Fotos zu machen. (Wir hatten 623, von denen ein Großteil (meines Erachtens nach) überflüssig gewesen wäre, aber was solls...:))
Also, ganz sicher, ob das noch mal kommt, kann ich mir also nicht sein!

Montag, 4. Oktober 2010

Riga, AFS-Geburtstag, mein Geburtstag, skolotaja diena...

So, ich muss dringend mal was Neues schreiben. Es ist so viel passiert...

Eigentlich müsste ich euch auch mal über die Schule informieren. Aber das mach ich später. Sprengt gerade glaub ich den Rahmen.

Also. Ich glaube, das letzte Mal bin ich bei Riga stehen geblieben. Seit dem 23. September war ich sogar schon zweimal in Riga. Das erste Mal am 24. Da musste ich in die Migrationsbehörde wegen meiner Aufenthaltsgenehmigung. War aber alles in Ordnung. Habe also die 40 oder 50 Euro (oder wie viel es war) richtig ausgegeben und nicht am falschen Ende gespart:) Johanna fehlt nämlich eine Apostille und jetzt müssen ihre Eltern das nochmal aus Deutschland schicken lassen...
Ja, und am achten Oktober kann ich diese Papiere dann abholen-auch wenn ich keine Vorstellung davon habe, was genau das ist. Aber mehr zu wissen, als dass ich es brauche, muss ich ja eigentlich auch nicht.
In Riga hatte ich dann noch ein bisschen Zeit, bis mein Zug zurückgefahren ist. Ungefähr vier Stunden hatte ich dann also Zeit. Eigentlich hatte ich gedacht, dass Johanna und ich was zuasmmen machen. Aber das ist dann doch anders gekommen. Achso, Johanna: Johanna ist auch Austauschschülerin aus Deutschland und wohnt auch in einer russischen Familie in Latgale-das heißt, sie und ich, wir sind die einzigen, die in dem Jahr vermutlich (wenigsten) ein bisschen Russisch lernen werden.
Naja, auf jeden Fall musste Johanna dann mit jemanden in die Schule gehen. Und ich hab mich alleine umgesehen. Was aber wirklich viel netter als gedacht war. In Rigas Altstadt gibt es ganz viele kleine Lädchen in den kleinen Gassen. Und ich war in einem Cafè (gegenüber vom kongelig norsk konsultat, das Einholen von der norwegischen Fahne konnte ich leider nicht mehr sehen, da war ich schon wieder in Daugavpils;)) in einer kleinen Gasse, habe Tee getrunken und ein Stück superleckeren Blätterteigkuchen gegessen. Kann ich nicht so genau erklären was das war (oben Blätterteig, unten Blätterteig, dazwische Käse, saure Gurken, gebratene Putenstreifen, ja. hört sich vielleicht nicht für jeden erstrebenswert an, war aber), auf jeden Fall sehr sehr lecker. Für alle anderen gabs aber auch "normalen" Kuchen. :)
Aber das war sehr gemütlich dadrin. Da konnte man auch Seifen und sowas kaufen... Ich hab mich aber nur hingesetzt und Karten geschrieben. Danach bin ich noch ein bisschen weiter gelaufen und habe soooooooo einen tollen Laden gefunden. Sehr klein, sehr fein. Erst bin ich vorbei gelaufen, aber als ich das Schaufenster auf der anderen Seite gesehen habe, bin ich wieder umgedeht;) Da gabs so kleine Sachen wie Filz-Matroschken, Seconhand-Kinderschuhe von Anno Dazumal, die wahrscheinlich keine Second-, sondern Fifthhand-Schuhe waren, wieder Seifen, ich habe ein Album gefunden, dass ich für die Fotos von diesem Jahr haben möchte...:)
Danach habe ich noch kurz Johanna und Darja (Dascha) getroffen und bin wieder nach "Hause" gefahren.

Die Woche war sehr kurz und schmerzlos. Es war glaub ich auch nicht wirklich was besonderes. Außer vielleicht der Gasunfall am Mittwoch. Alle mussten Husten, hatten Tränen in den Augen, aber die einzige "Sicherheitsmaßnahme", die unternommen wurde, war, uns in den Klassenräume zu schicken und eine Art Sperrzone bei den Garderoben einzurichten.:) War also scheinbar nicht so schlimm... Dabei hatten sich alle schon gefreut, früher zu gehen.

Am Mittwochabend ist Johanna gekommen und wir haben dann im Wohnzimmer geschlafen, damit wir die anderen nicht wecken. Am Donnerstag um sechs sind wir dann nämlich (wieder) nach Riga gefahren. Also sind wir um Viertel vor fünf aufgestanden, damit wir die Straßenbahn zum Bahnhof nehmen können, die laut Viktorija (meiner Gastmama) um 5:20 Uhr fährt. Als wir dann aber um zehn nach fünf vor dem Fahrplan standen, hat der uns gesagt, dass eine Stunde früher eine Bahn gefahren wäre und zehn Minuten später. Das wäre uns insgesamt aber ein bisschen knapp geworden, dann hätten wir nämlich noch ziemlich genau zwei Minuten zum Ticket kaufen gehabt. Und uns muss man ja auch erst mal verstehen...
Im Zug hatten wir dann drei Stunden Zeit, uns zu unterhalten oder zu gucken, wie schön es hier ist. Allerdings ist das Foto aus dem Zugfenster wirklich unter schwerigen Umständen entstanden und sieht auch so aus. Es war nicht nur die dreckige Scheibe, die fotografieren fast unmöglich gemacht hat....:)
In Riga haben wir erstmal (wieder) in dem schönen Cafe gefrühstückt und danach wollte ich Johanna den Laden zeigen. Komischerweise hab ich ihn einfach nicht mehr gefunden. Ich hab keine Ahnung mehr, wo der war! Und das ist so ärgerlich. aber nach drei Stunden suchen wollten wir dann (verständlicherweise) auch nicht mehr und haben uns stattdessen die Schwarzhäupterhäuser (oder eher das Schwarzhäupterhaus) angeguckt. Hauptsächlich aber wegen der Touristeninformation, die da drin ist. (Für Julia: Da haben wir uns auch nach dem Fernsehturm erkundigt. Da gehen wir mit Sicherheit nochmal hin, aber für den Tag wäre das zu viel gewesen, der ist nicht in der Altstadt...)
Und wir haben einen echt guten Reiseführer gekauft, der uns dann zu einem Klub geführt hat, in dem ein Vintageladen ist. Das war dann auch echt wirklich nochmal richtig nett. Und danach mussten wir ja zu unserem AFS-Treffen.

Das AFS-Treffen war, weil AFS Latvija 20 Jahre alt geworden ist. Und das sollte halt gefeiert werden. Am Donnerstag gabs dazu eine Diskussionsrunde irgendwo;) mit dem Präsidenten von AFS, und ganz vielen Leuten, hauptsächlich aus Europa. (Die Klimabilanz von dem Abend sollte man ganz weit verdrängen!)
naja, aber der Abend war echt schön und vor allem war es schön, alle Austauschschüler wiederzusehen. Unschlagbar waren aber die Musik und der "Geburtstagskuchen":D
Geschlafen habe ich bei einem AFS-Volunteer. Als wir in seine Wohnung gekommen sind, hat es verdächtig nach Räucherstäbchen gerochen. Ich weiß auch nicht warum, aber scheinbar habe ich eine Anziehungskraft auf Gastfamilien/Übergangsfamilien mit den hier seltenen Religionen Hinduismus und Buddhismus. Immerhin hält sogar Wikipedia es nicht für nötig, Anhänger dieser Religionen in Lettland zu erwähnen. Aber meine Gastfamilien haben immer ein Hang zu Buddha, Krishna oder irgendwem anders(bei über 2000 Göttern ist die Auswahl ja groß;))
Naja. Dafür war das Bett so schön weich, dass mich weder der Buddha noch die Räucherstäbchen stören konnten. Oh. Eine weiche Matratze ist göttlich! Hier in Daugavpils, das ist ja eher ein Brett. Und definitiv keine Matratze, wie ich sie kenne. Am Anfang dachte ich ja noch, dass ich mich nie daran gewöhnen werde. Aber es hat nur zwei Wochen gedauert und ich hab mich nicht mehr gefragt, wer sowas produzieren kann!:)
Am Freitag musste ich dann aber viel zu früh mein weiches Bett verlassen und ins AFS-Büro gehen. Da durfte ich mich dann auch nicht in der Stadt aufhalten. Das, was Johanna und ich am Donnerstag gemacht haben, war also eigentlich ein Regelbruch. Aber das wussten wir nicht...:) Die von AFS denken echt, wir könnten in der Altstadt verloren gehen. Und die ist in etwa so groß, wie die Kasseler Innenstadt. Und wir haben wirklich die absolute Touristenausstattung dabei gehabt. Karte, Karte Karte. Handy mit allen wichtigen Nummern, Reiseführer, wir wussten, wo das Goetheinstitut ist, so dass wir auch auf Deutsch fragen konnten und so weiter. Hat an dem Morgen aber glücklicherweise keinen gejuckt. Die waren alle viel zu beschäftigt mit irgendwelchen letzten Vorbereitungen.
Um 10 oder so sind wir dann losgefahren. Und zwar raus aus der Stadt in eine Art Freilichtmuseum, in denen man die alten Häuser von Lettland angucken konnte, in dem alles ein bisschen so war wie vor 400 (?) Jahren.
In dem Museum sind dann verschiedene Sachen vorbereitet worden, also so eine Art Workshops, damit einem nicht langweilig wurde. Und (fast) alle Betreuer und Mitarbeiter von AFS Latvija haben sich dann ihr Trachten angezogen, man konnte irgendwelche traditionell lettischen Bändchen machen, ich habe zwei Volkstänze gelernt (ihr dürft erst lachen, wenn ihr gesehen habt!) und ein Volkslied. Ja, und wir haben noch andere Sachen gemacht. Und es war richtig richtig gutes Wetter. Und unglaublich schön, wo wir waren. Zum Mittag gabs dann auch typisch lettische Sachen. Wobei ich mich dummerweise an keinen Namen mehr erinnern kann. Von einem Teil des Essens weiß ich aber noch den russischen Namen. Auch wenn ich bezweifle, dass irgendwer von euch etwas mit cepый горох (ßjerui garoch) anfangen kann. :D
Gut, der Nachmittag ging ähnlich entspannt weiter. Aber ich habe keine Lust, das jetzt weiter auszuschmücken...:) ich kann nur sagen, dass ich drei Möglichkeiten verpasst habe, wieder nach Daugavpils zu kommen und dann erst um elf da war. Ich war "extremely tired" (extriiiiiiiiiiimli teired), wie meine Englischlehrerin das vielleicht gesagt hätte.

Und am zweiten Oktober war dann mein Geburtstag und ich bin nach dem Geschenke auspacken und Kerzen pusten mit meiner Gastfamilie samt Gastgroßeltern in ein Schloss gefahren. Das heißt, ich dachte, es wäre ein Schloss. War es aber nicht. Es war ein Museum für Plastikpuppen (hab in meinem Leben noch nie sowas, ähhh, SCHÖNES gesehen..) Aber sie fandens toll und total kreativ. Naja. Andere Länder...:)
Aber die gute Puppendesignerin war ganz schön berühmt. Nicht nur der lettische präsident hat sie schon mal besucht. Auch die spanische Königsfamilie war da und hat ein paar Puppen bestellt. Und die Queen hat eingekauft und Herr Putin glaub ich auch. Naja, so weit so gut. Ich fand es jetzt nicht sooo künstlerisch, aber da stand ich mit meiner Meinung ziemlich alleine da. Dieses Museum war um 11 Uhr nämlich so unglaublich voll. Aber das Beste kommt ja noch. Wir durften uns nämlich verkleiden. Mit Reifröcken drunter und Perücken. :D
Es war einfach nur unglaublich albern, aber alle haben es ernst genommen (vielleicht außer mir:D) und dass war glaub ich der Grund, warum es mir echt Spaß gemacht hat...Ich zeig euch unten einfach mal ein paar Bilder...:D Viel Spaß!
Danach waren wir noch bei einer Kirche, die da in der Nähe war, in der eine Ikone steht, die manchmal sogar weint, wenn sie (angeblich) von einer Geschichte oder einem Schicksal besonders berührt ist. Das Erlebnis blieb mir aber verwehrt. Vielleicht wusste ich nicht die richtige Geschichte;)
Danach waren wir hier noch in der Kirche, wobei das eher so eine Art Treffen war, haben Kuchen gegessen und uns unterhalten. Und auch, wenn der Tag an sich nicht ganz einfach war, weil es einfach ganz anders als zu Hause war und deshalb auch ziemlich ungewohnt (immerhin habe ich die letzten 16 Jahre eigentlich immer mit den gleichen Leuten verbracht), hatte ich Spaß und ich kann nicht sagen, dass es schlecht war;)

Ja, und zu guter Letzt:
Heute war skolotaja diena, das bedeutet sowas wie Lehrertag. Den gibt es in ganz Lettland, und zwar immer am 3. Oktober. Weil der aber dieses Jahr am Wochenende war, wurde der Tag vorgezogen (am Freitag) oder nachgefeiert.
Zu dem Anlass bekommen alle Lehrer (wie so oft) Blumen und die 12.klässler, also die Abgänger, gestalten den Unterricht, wie sie das wollen. Das war ganz lustig und der Schultag war um 10 vor 10 beendet. Ich wurde interviewt, was ich davon halte und meiner Meinung nach sollten wir das in Deutschland auch einführen. Immerhin sollte Schüler die 12 oder 13 Jahre in die Schule gehen auch mal die Ehre gebühren, vorne zu stehen. Und wen das nicht überzeugt: Nur 2 Stunden Schule!!!
Ich mach Herrn Müller mal den Vorschlag...:)
So, und jetzt bin ich hier und könnte noch viel mehr erzählen, aber ich denke, das reicht erstmal wieder:)


Das wurde Johanna und mir als Mousse au chocolat verkauft-war aber eigentlich Erde mit Wasser, wie wir dann feststellen mussten...

Blick aus dem dreckigen Zugfenster um 7 Uhr morgens

Die Typen in Riga sind supercool. Die stimmen ihr Outfit auf ihr Fahrrad ab. :)





















cepый горох (ßjerui garoch)









Das Plumpsklo