So. Das heißt Hallo.
Ich habe keine Ahnung, wie man einen Blog schreibt, was ihr lesen wollt (falls das hier von irgendwem gelesen wird!) und selbstverständlich habe ich aufgrund der Tatsache, dass ich sowas noch nie gemacht habe, auch absolut keine Ahnung, wie man das alles einstellt.
Ich dachte ja, dass es Spaß machen würde. Eventuell- immerhin würde es besser sein, als "krank" zu Hause zu sein. Weit gefehlt! Ich fliege regelmäßig aus meinem Internet, habe keine Ahnung, was "gadgets" sind und bin generell ein bisschen überfordert.:) Aber was solls? Jetzt hab ich das angefangen und jetzt ziehe ich das auch durch-obwohl ich mich vor heute Morgen ja noch vehement gegen einen eigenen Blog ausgesprochen habe...
Gut, ich bin ja schon seit dem 20. August hier. Vielleicht fange ich -für alle, die noch (immer) Nichts von mir gehört haben, einfach mal vorne an:
Am 20. August sind wir also am Frankfurter Flughafen gestartet und nach (immerhin) 1 Stunde und 40 Minuten in Riga gelandet. Da sind wir von AFS-Betreuern abgeholt worden (die alle Deutsch konnten) und mit denen gemeinsam ins "alte" Riga, nach Vecriga, gefahren. In Riga wurde gerade Rigas Fest gefeiert, weshalb ziemlich viel auf den Straßen los war, es gab Bühnen mit Musik und viele kleine Stände, wo Sachen wie zum Beispiel Bernsteine (typisch für Lettland, hier gibt es nämlich scheinbar wirklich noch welche;)) und kleine Matroschkas verkauft wurden. Besonders beeindruckend waren aber für mich (als Gegnerin von Absatzschuhen, zumindest an meinen Füßen, weil dann eine erhöhte Gefahr für Prellungen, Stauchungen und Brüche oder wenigstens Muskelkater besteht) die lettischen(und russischen) Damen, welche mit Absatzschuhen (Pfennigabsatz!), als wäre das nichts, über das Kopfsteinpflaster stolziert sind. Ich hatte ja meine Müh und Not mit meinem Rollkoffer. Außerdem war es unglaublich heiß. Nicht nur für mich, aber für mich wahrscheinlich besonders. Immerhin hatte ich die drei Schichten an, die nicht mehr in meinen Koffer gepasst haben...
In unserem Hostel hatten wir aber dann ein bisschen Zeit, bevor uns unsere Betreuer zum Stadtrundgang abgeholt haben.
Riga ist sehr schön. Klar, wir hatten auch Glück mit dem Wetter, aber die Jugendstilhäuser, der riesige Park mitten in der Stadt... Und es war sehr sehr sauber. Also, nichts mit Müll, der einfach irgendwo rumgeschmissen wird. Dafür waren die Mülleimer hoffnungslos überfüllt...
Wir waren noch an der Daugava und an der alten Stadtmauer, aber ich denke, wenn ich alles erzähle, wird das zu lang zum Lesen, und ich meine, das muss man sich ja nicht antun. Beziehungsweise ich muss euch das nicht antun.
Nachmittags haben wir dann die anderen Austauschschüler aus den USA, Venezuela, und Thailand (hier sind unglaublich viele Thais) kennengelernt. Die richtigen Namen von den Thais konnte sich eigentlich keiner merken. Aber sie hatten alle suuuper Spitznamen, wie Piggy oder Ock, keine Ahnung, wer sich sowas ausdenkt. ;)
Gut, alles andere ist unwichtig. Vielleicht noch kurz das erste Erlebnis mit lettischem Essen: Also, ich wusste ja, dass mit viel Kümmel gekocht wird, und so wars dann auch.
Abends waren wir in einer Ednīca essen, was laut Wörterbuch ein "Essenshaus" ist... Und es gab: Schwarzbrot mit Kümmel (viel Kümmel, aber glücklicherweise gemahlen), Kartoffeln und Fleisch und Salat. Ich weiß nicht, wie sie an die Kartoffeln Kümmel machen konnten, aber sie konnten.
Als Nachtisch, das war das Gute, gab es aber dann Pudding von selbst gepflückten Beeren und von den Betreuern gab es das erste Mal das berühmt berüchtigte Kārums, was es -schade für euch- nicht in Deutschland gibt.
Am nächsten Tag sind wir um etwa 16 Uhr von unseren Familien abgeholt worden. Das hat AFS ganz super (Ironie) inszeniert, wir haben Blumensträuße für die Gastmütter bekommen (das macht man hier so, zu jedem Anlass Blumen) und mussten dann, als alle Reden gehalten worden waren, einmarschieren und dann einzeln nach vorne kommen. Wahrscheinlich war es aber so besser. Da hatte man dann einen Grund zu lachen. Wir hatten nämlich eigentlich alle Probleme, uns zu verständigen. Von mir sind nur meine Gasteltern gekommen, und die können beide kein Englisch, kein Deutsch und noch nicht mal Lettisch. trotzdem hab ich mich nicht unwohl gefühlt, weil meine Gastmutter die ganze Zeit gelächelt hat und unglaublich glücklich aussah, vermutlich in dem Moment glücklicher als ich, weil mir dann doch klar geworden ist, was ich gemacht habe, als ich stinkefaul einfach nicht gelernt habe... Aber wir haben dann probiert, uns über Wörterbuch, Malblock und Pantomime zu verständigen. Das war auch nicht sooo unangenehm, weil alle um uns herum, das gleiche probiert haben.
Danach sind wir auch gleich in Richtung Daugavpils gefahren, wir hatten ja einen ziemlich langen Weg (etwa 2 1/2 bis 3 Stunden).
Für alle, die interessiert sind, wo ich gelandet bin, ist der Teil, alle anderen, die noch dabei sind, können weiter unten weiterlesen :)
Daugavpils ist die Hauptstadt von Latgale, der ärmsten von den vier lettischen Regionen. In Latgale lebt ein Drittel der lettischen Bevölkerung, ein großer Teil, vor allem in Daugavpils, ist russischstämmig.
Daugavpils liegt an der Daugava, wurde im 12. Jahrhundert von dem deutschen Ritterorden gegründet (und hieß damals noch Dünaburg) und ist eine Stadt mit heute circa 100000 Einwohnern und damit die zweitgrößte Stadt Lettlands. Berühmt ist Daugavpils für seine Festung, die Dinaburg/Dünaburg, welche auf der ganzen Welt einzigartig und vor allem noch sehr gut erhalten ist.
Gut, "zu Hause" angekommen wirkte alles doch eher trist, wahrscheinlich durch die vielen grauen Plattenbauten, das einzige, was auf den ersten Blick ansprechend, also, wirklich, wirklich ansprechend wirkt, sind die Kirchen. Ich wohne jetzt auch im Plattenbau. War darüber nicht schockiert, das hatte ich ja erwartet. Auch, dass ich mir das Zimmer mit meiner Gastschwester teilen muss und mein Gastbruder wegen mir auf dem Sofa schläft, das verschafft mir lediglich ein schlechtes Gewissen, ist aber ok. Aber ich hatte mit einem Hund gerechnet. Es sind drei (waren, als ich gekommen bin, vier, aber einer ist gestorben;)).
Dafür habe ich eine supernette Familie, als ich gekommen bin, haben sich meine Gastschwester und mein Gastbruder, die ja zu Hause warten mussten, total gefreut. Sie hatte das typisch lettische Gericht Sushi gekocht. Was ganz gut war, ich hatte nicht schon wieder Lust auf (viel) Kümmel;)
Schön war auch, wie sie sich über die Gastgeschenke gefreut haben. Wobei ich das zum Beispiel bei Schokolade seeeeeeeehr gut nachvollziehen kann:P
Gut. Ich habe jetzt keine Ahnung, wie viele Zeichen geschrieben und keine Lust mehr. Ich vermute eh nicht, dass irgendwer bis hierher gelesen hat:) Wenn doch, dann hoffe ich, dass es nicht zu langweilig war. Und ich verspreche, ich mache mich an den ziemlich nichtssagenden Hintergrund und lade für Annika mal Bilder hoch (und für den Rest natürlich auch), aber nicht jetzt. Ich kann nicht mehr. :)