So, und weil ich ja heute ähnlich wenig zu tun habe, wie gestern, schreibe ich mal was über den ersten Schultag.:)
Am 31.08., dem Tag vor dem ersten Schultag, wird hier der letzte Tag des Sommers zelebriert. Das hieß in meinem Fall erst mal vormittags Schulsachen kaufen (ich brauchte ja erst mal kaum was) und nachmittags dann, juhhuuu, zur Kosmetikerin. Da haben Katrina, meine Gastschwester, und Marija und ich 10 verschieden Cremes ins Gesicht bekommen (ihr wisst ja, wies um meine Gesichtshaut bestellt ist, also keine Ahnung, ob das gut oder schlecht war:D). Und eine ultimative Beratung für gerade mal 50 Santimes, wobei das bei mir eigentlich unnütz war, ich hab ja kein Wort verstanden, von dem, was die gute Frau so erzählt hat. :) Aber ansonsten wars ganz lustig, also, das mit den Cremes.
Abends sind dann Babuschka und Deduschka, also meine Gastoma und mein Gastopa zum Kuchen essen gekommen und es gab Geschenke (für mich auch:)): Einen Regenschirm, weil es hier im Herbst so viel regnet (momentan aber deutlich weniger als in Deutschland:P) und einen Notizblock und Walnüsse mit Geld drin. Da haben sie die Schalen geknackt und wieder zusammengeklebt.
Am 1. September, das ist ja in Lettland immer der erste Schultag, hat sich Katrina für um fünf (!) Uhr den Wecker gestellt um sich dann schick zu machen, mit Haarkur und allem drum und dran. Ich hatte ja extra in Deutschland ein graues Kleid gekauft, aber das konnte ich nicht anziehen, wurde mir zumindest gesagt, weil man hier schwarz-weiß trägt. Das hatte ich aber leider nicht, weil, keine Ahnung, weil. Wahrscheinlich, weil ich meine schwarze Jeans letztes Jahr gesprengt habe und ich keine neue gekauft habe. Und in die von der Konfirmation passe ich nicht mehr rein;)
Deshalb habe ich dann was von meiner Gastmutter und meine blau-weiß-gestreifte Bluse (die war scheinbar in Ordnung) angezogen. War dann in Ordnung so. Zum Frühstück gabs Spaghetti, ich vermute mal, weil sich mein Gastbruder das so gewünscht hat, war dann aber doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Aber seitdem gabs das (glücklicherweise) auch nicht noch mal!
Um acht Uhr sind wir dann zur Schule gefahren worden, das heißt: Eigentlich ist nur mein Bruder gefahren worden, wir sind auf Wunsch von Katrina gelaufen, was für meine Füße wirklich nicht die beste Idee war. Sie musste nochmal "üben", wie man auf Absatzschuhen läuft, aber mir wäre es (zumindest im Nachhinein) lieber gewesen, ich wäre gestakst, aber mir hätten die Füße nachher nicht soooo unglaublich weh getan.
In der Schule wurde ich ganz kurz meiner Klasse vorgestellt (meine Klassenlehrerin kannte ich ja schon und ich wusste auch schon, dass ich in eine 12. Klasse gehen würde, also in die Abschlussklasse in Lettland) und dann mussten wir uns in "pärchenweise" aufstellen und zum "Einmarschieren" bereitmachen. Und dann sind wir in die zur Aula umfunktionierte Sporthalle einmarschiert, es wurden Fotos gemacht (http://www.daugrc.edu.lv/Foto.html) und dann wurden unglaublich viele Reden gehalten, wo keiner zugehört hat (wie überall, ich versteh auch nicht, warum dann der Schulleiter, der Stellvertreter und die Stufenleiter oder keine Ahnung wer, alle zu Wort kommen müssen. Das ist in Deutschland genauso absurd wie in Lettland oder vermutlich anderswo und keiner verstehts...) und ich hatte die große Ehre, mich selbst vorzustellen. Ich hatte ziemlich, nennen wir es Respekt davor, weil ich mich kenne und wenn ich aufgeregt, dann irgendwas Komisches passiert. Aber es ist alles gut gegangen und an der Schule sind ja auch nur etwas über 300 Schüler, also gegenüber der WFS sehr schön klein:)
Danach, also nach der Sache in der Sporthalle, waren wir noch in der Klasse, ich konnte ein paar Leute kennen lernen und musste feststellen, dass die ziemlich gut Deutsch können (zum Teil besser als Englisch). Und wir haben "Glücksboxen" für das Jahr gebastelt:D Die sind ja auch erst alle 18 geworden. Aber alle sind sehr kreativ und künstlerisch begabt, da fühlt sich jemand mit zwei linken Händen wie ich leicht fehl am Platz:) Aber glücklicherweise haben wir seitdem nicht mehr gebastelt. Und der erste Schultag war schon um halb elf vorbei. Aber danach hat mich Katrina noch mit ein paar Freunden in die Stadt genommen. Da war ziemlich viel los. Man konnte Zuckerwatte kaufen, es gab Bühnen und Heliumballons (:D). Hatte ein bisschen Kirmescharakter. Nur (leider) ohne Karussels...:(
Und um fünf war ich dann so müde, dass ich im Konzert fast eingeschlafen bin. (Ich bin dann rausgegangen und hab mich ins Auto gelegt. Apropos Auto. Mein Gastmutter ist die beste Autofahrerin auf diesem Planeten. Sie fährt unglaublich. Gut, sie hat den Führerschein auch "erst" seit drei Jahren. Sie ist immer unglaublich nervös und jetzt hat sie beim Einparken einem hinten drauf gefahren, weil sie von ihrem letzten Einparkversuch so euphorisiert war. Der hat nämlich geklappt. Also, richtig gut. Glücklicherweise hatte das Auto eine Anhängekupplung, sodass sie nur ihr eigenes Auto kaputt gemacht hat. Also, das Nummernschild.
Gut, ansonsten war der Tag aber sehr schön.
Der zweite Schultag war ähnlich entspannt, ich musste nur einen Vortrag (über mich!) halten und um 11 konnten wir wieder nach Hause.
Richtig angefangen hat die Schule erst an Tag drei. Eigentlich gehe ich gerne in die Schule, im Moment wünsche ich mir nichts sehnlicher;) -ich sterbe vor Langeweile!- nur Mathe ist der absolute Horror. Das Schlimmste ist ja, dass ich eigentlich fast alles können müsste. Aber ich kann nicht mal mehr eine normale Gleichung lösen. Geschweige denn, irgendetwas mit quadratischer Ergänzung. Und in zwei Monaten bekomme ich Noten in Lettisch, Mathe, Sport und Englisch.
In Bio verstehe ich fast alles. Genetik hatten wir ja schon- zumindest, das, was die jetzt machen. Und Deutsch ist das beste Fach. Ich verstehe alles und kann ihnen sogar noch was beibringen. Sie sind bestimmt sehr froh, dass sie jetzt wissen, dass man nicht Galle husten sagt, sondern was anderes;)
So, das wars erstmal.
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